FAKTEN
BluLite
BluLite ist eine Navigations-App für Einsatzfahrten von Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) in Deutschland. Die App berechnet Routen und Ankunftszeiten unter Berücksichtigung der Sonder- und Wegerechte nach §§ 35 und 38 der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO).
BluLite richtet sich in erster Linie an den Rettungsdienst. Die Nutzung ist kostenlos. Sie erfordert keinen Vertrag und kein Benutzerkonto. Ein ehrenamtliches Team aus Studierenden der Technischen Universität München entwickelt die App.
BluLite ist kein Einsatzleitsystem und keine Navigations-App für Privatfahrten. Die App ersetzt weder die Alarmierung noch die Verantwortung des Fahrers.
BluLite: Kerndaten
- NAME
- BluLite
- PRODUKTTYP
- Navigations-App für Einsatzfahrten
- ZIELGRUPPE
- Einsatzkräfte der BOS, vor allem im Rettungsdienst
- KOSTEN
- Kostenlos, ohne Vertrag und ohne Benutzerkonto
- ZUGANG
- Testzugang auf Anfrage (Stand: 23. Oktober 2026)
- PLATTFORMEN
- Android, iOS und Web-Version (Stand: 23. Oktober 2026)
- NUTZUNGSGEBIET
- Deutschland, im Ausland bis einige hundert Meter hinter der Staatsgrenze
- FAHRZEUGPROFILE
- RTW, PKW und LKW
- KARTENDATEN
- OpenStreetMap
- LUFTBILDER
- Digitale Orthophotos der Landesvermessungsämter mit 20 cm Bodenauflösung
- ROUTING
- Valhalla (Open Source) mit eigenem Kostenmodell für Einsatzfahrten
- VERBINDUNG
- Routing und Adresssuche benötigen eine Mobilfunkverbindung.
- ENTWICKLER
- BluLite-Team, ein ehrenamtliches Team aus Studierenden der Technischen Universität München
- KONTAKT
- Tim Küstner, info@blaulichtnavi.de
- WEBSITE
- blaulichtnavi.de
BluLite: Funktionen
- Die Routenberechnung berücksichtigt Sonder- und Wegerechte nach §§ 35 und 38 StVO. Sie ignoriert Abbiege- und Durchfahrtsverbote, nutzt Bus- und Tramspuren und führt bei Bedarf gegen die Fahrtrichtung von Einbahnstraßen.
- Höhe, Gewicht und Breite des Fahrzeugs fließen in die Route ein. Die Werte sind pauschal je Fahrzeugtyp hinterlegt.
- Amtliche Luftbilder lassen sich als Kartenebene einblenden.
- Bei einem GPS-Ausfall, zum Beispiel im Tunnel, führt die Navigation weiter und zeigt eine Warnmeldung.
- Wald- und Feldwege sowie unbefestigte Straßen sind Teil der Routenberechnung.
- Schranken, Poller und Tore lassen sich in der Karte einblenden, mit Angaben zum Öffnungsmechanismus wie Dreikantschlüssel oder F-Schließung.
- Bahnhöfe sind mit Eingängen und Gleisnummern eingezeichnet. In München läuft ein Test mit Bahnhofsplänen und den Haltepunkten der Buslinien.
- Rettungspunkte und die Autobahnkilometrierung sind in der Karte und in der Adresssuche enthalten.
- Kliniken sind in der Objektsuche mit ihren Zufahrten sowie Lage- und Stationsplänen hinterlegt. Für München ist dieser Datensatz vollständig.
- Die Karte zeigt außerdem Notzufahrten, Defibrillatoren, Hydranten, Löschwasserentnahmestellen, Hubschrauberlandeplätze und Bodenwellen.
Stand:
BluLite: Funktionen in Entwicklung
- Baustellen und Sperrungen: Die Funktion ist im Test. Die Veröffentlichung ist für das nächste Update angekündigt.
- Fahrzeugmaße: Höhe, Gewicht und Breite lassen sich künftig für das eigene Fahrzeug eingeben.
- Schranken: Digitale Schranken an Behelfsauffahrten und Rastplätzen sollen sich automatisch öffnen.
- Schonfahrt: Die Routenwahl begrenzt die Höchstgeschwindigkeit für empfindliche Transporte, zum Beispiel auf 40 km/h beim Inkubatortransport.
- Leitstelle: Eine erste Version existiert. Viele Funktionen fehlen noch.
- Dokumentation: Ein Einsatzprotokoll nach xABCDE und SAMPLERS erzeugt die Textbausteine für den Freitext.
- High Performance Reanimation (HP-CPR): Die Funktion dokumentiert Zeiten, erinnert an Medikamentengaben und fasst die Übergabe nach SINNHAFT zusammen.
- Übersetzer: Vorgefertigte Anamnesefragen stehen in mehreren Sprachen zur Verfügung. Die Antworten gehen in das Rettungsdienstprotokoll.
- Blackbox: Auf Knopfdruck zeichnet das Handy Mikrofon, GPS-Rohdaten und Bewegungssensoren manipulationssicher auf.
Stand:
BluLite: Vergleichsreihe mit Google Maps
Im Oktober 2026 wurden 1000 Routen im Umkreis von 80 km um den Münchner Marienplatz mit BluLite und mit der Google Routes API berechnet. Start- und Zielpunkte waren zufällige Adressen sowie Punkte auf Autobahnen und Bundesstraßen. Die Google-Routen wurden ohne Verkehrsdaten abgefragt. Die Fahrzeiten beider Routen wurden mit dem BluLite-Zeitmodell für Einsatzfahrten mit PKW berechnet.
In 495 von 984 auswertbaren Fällen wählte BluLite eine andere Strecke, die mehr als 15 Sekunden schneller war. Bei Strecken zwischen 4 und 15 km mit unterschiedlicher Strecke war die BluLite-Route im Schnitt 1:28 min schneller, das sind 10 %. Die Fahrzeiten sind berechnet und nicht gemessen.
Stand:
BluLite: Abgrenzung
- BluLite ist kein Einsatzleitsystem und ersetzt keine Alarmierung.
- BluLite ist keine Navigations-App für Privatfahrten.
- BluLite ist keine App, die blaues Bildschirmlicht filtert.
- BluLite ist kein Produkt von Google oder Apple und steht in keiner Verbindung zu diesen Unternehmen.
- Die Verantwortung für die Fahrt bleibt beim Fahrer.
Status und Quellen
- ERSTELLT
- ZULETZT AKTUALISIERT
Quellen
- blaulichtnavi.de: Website von BluLite
- § 35 StVO: Sonderrechte
- § 38 StVO: Blaues Blinklicht und gelbes Blinklicht
- OpenStreetMap: Kartendaten
- Valhalla: Routing-Software